Wie mein Van-Life begann: Vom Auswandern nach Schottland bis zum Leben im Campervan

Manchmal beginnt eine Reise lange bevor wir es merken

Wenn mich heute jemand fragt, wann mein Van-Life eigentlich begonnen hat, könnte ich antworten: im Jahr 2022, als ich in meinen ersten Campervan eingezogen bin. Doch die Wahrheit ist wahrscheinlich eine andere.

Rückblickend begann diese Reise bereits viele Jahre früher. Damals wusste ich nur noch nichts davon. Mein Leben war irgendwie immer in Bewegung. Ich habe es nur nicht gleich erkannt. Kein Wunder also, dass ich kläglich gescheitert bin, als ich versuchte sesshaft zu werden.

 

Auswandern nach Schottland: Ein Neuanfang mit acht kleinen Umzugskartons

Im Jahr 2010 traf ich eine Entscheidung, die mein Leben für immer verändern sollte. Aus gesundheitlichen Gründen kündigte ich meinen Job in unserem Familienbetrieb in Deutschland und wanderte nach Schottland aus. Nach einigen schmerzhaften, aber auch befreienden Ausmisten passte mein gesamter Besitz damals in acht kleine Umzugskartons, die dann mit dem Paketdienst ins neue Zuhause gesendet wurden.

Einen großen Plan hatte ich nicht. Eigentlich hatte ich gar keinen. Ich wusste lediglich, dass sich etwas ändern musste. Heute sprechen viele Menschen davon, ihre Komfortzone zu verlassen. Damals hatte ich keine Ahnung, dass genau das vor mir lag. Ich kam in Schottland an, ohne zu wissen, wie mein Leben in einem Jahr aussehen würde. Ehrlich gesagt wusste ich nicht einmal, wie es in sechs Monaten oder am kommenden Tag aussehen würde. Trotzdem fühlte sich dieser Schritt irgendwie befreiend an.

 

Warum Sesshaftigkeit nie wirklich zu mir passte

In den folgenden Jahren zog ich mehrfach innerhalb Schottlands um. Jedes Mal glaubte ich, angekommen zu sein. Jedoch nach relativ kurzer Zeit merkte ich irgendwann, dass mich die Neugier wieder weitertrieb. 

Hinzu kamen zwei betriebsbedingte Kündigungen, die mich erneut dazu zwangen, meine Situation zu überdenken. Damals empfand ich diese Ereignisse als Rückschläge. Heute sehe ich sie als Wegweiser. Sie brachten mich immer wieder dazu, mein Leben neu zu definieren und mich zu fragen, was ich wirklich wollte. Vor allem aber haben sie mein Vertrauen gestärkt, dass, egal, was kommt, es immer weitergehen wird.

 

Mit Koffer und Rucksack nach Mexiko

Nach der zweiten betriebsbedingten Kündigung habe ich dann Schottland verlassen. Dieses Mal führte mich mein Weg nach Monterrey in Mexiko. Von meinen ursprünglich acht Umzugskartons war nicht mehr viel übriggeblieben. Mein gesamtes Leben passte inzwischen in einen Koffer und einen Rucksack.

Für viele Menschen klingt das vielleicht beängstigend. Für mich fühlte es sich, mal wieder, befreiend an. Je weniger Dinge ich besaß, desto leichter fiel es mir, Entscheidungen zu treffen. Ich musste ja keine Möbel organisieren, keine Verträge verwalten und mir um keinen Keller voller Gegenstände Gedanken machen. Ich konnte mich auf das konzentrieren, was wirklich zählte: neue Erfahrungen und Erlebnisse.

 

Warum ich schließlich nur noch mit einem Rucksack zurückkehrte

Knapp zwei Jahre später kehrte ich nach Schottland zurück. Allerdings fehlte diesmal etwas. Der Koffer. Übrig geblieben war nur noch mein Rucksack. Viele Menschen sammeln Dinge. Ich begann stattdessen Erlebnisse zu sammeln. Alles andere fühlte sich zunehmend wie Ballast an. Nicht weil Besitz grundsätzlich schlecht wäre. Sondern weil ich feststellte, dass mich viele Dinge eher festhielten als voranbrachten. Zum ersten Mal wurde mir bewusst, wie wenig man eigentlich braucht, um wirklich glücklich zu sein.

Die folgenden Monate verbrachte ich als Backpacker. Übernachtete in Hostels, Hotels und manchmal auch bei Freunden. Ich genoss die Freiheit, spontan zu entscheiden, wohin es als Nächstes gehen sollte. Die Idee war einfach. Rucksack packen. Losziehen. Neue Gegenden entdecken. Neue Menschen kennenlernen. Neue Geschichten erleben. Doch dann kam alles anders.

 

Wie die COVID-Pandemie mein Leben veränderte

Als die COVID-Pandemie begann, kam die Reisewelt praktisch zum Stillstand. Flüge wurden gestrichen. Hotels und Hostels schlossen ihre Türen. Bahnreisen waren vielerorts nur noch eingeschränkt möglich.

Plötzlich war mein gesamter Reiseplan wertlos. Damals war ich frustriert. Heute bin ich dankbar. Denn genau dieser Moment hat bis heute mein Leben geprägt.

 

Der Beginn meines Van-Life

Wenn ich nicht reisen konnte, warum sollte ich das Reisen nicht einfach dauerhaft in mein Leben integrieren? Also kaufte ich den günstigsten Peugeot Boxer, den ich derzeit auf dem Markt finden konnte. Er war alles andere als perfekt. Kein Luxusausbau. Keine Instagram-Kulisse.

Ich baute lediglich das Nötigste ein. Mein Ziel war nicht, einen perfekten Campervan zu besitzen. Ich wollte lediglich herausfinden, ob das Leben im Van überhaupt zu mir passt.

 

Leben im Campervan: Die Realität hinter dem Van-Life

Viele Menschen sehen beim Thema Van-Life nur die schönen Seiten. Sonnenuntergänge am Meer. Kaffee mit Bergblick. Freiheit und Abenteuer. All das gehört dazu. Aber das ist nur die halbe Wahrheit.

Van-Life bedeutet auch Regen. Technische Probleme. Kalte Nächte. Und immer wieder die Frage, wo man überhaupt schlafen kann. Genau diese Mischung macht das Leben im Campervan für mich so faszinierend. Es ist nicht perfekt. Es ist aber auch nie langweilig.

 

Drei Jahre Van-Life später

Heute, rund drei Jahre später, lebe ich immer noch im Van. Aktuell kann ich mir auch nichts anderes vorstellen. Nicht weil alles immer einfach ist. Sondern weil dieses Leben mir etwas gibt, das ich vorher nie gefunden habe. Freiheit.

Ich rede nicht von einer Freiheit von Problemen. Sondern die Freiheit, selbst zu entscheiden, wie ich leben und arbeiten möchte.

 

Fazit: Manchmal findet man seinen Lebensstil erst unterwegs

Wenn ich auf die vergangenen Jahre zurückblicke, erkenne ich einen roten Faden. Vom Auswandern nach Schottland, dem Leben in Mexiko, über das Backpacking bis hin zum Leben im Campervan war jede Station Teil derselben Reise.

Lange Zeit dachte ich, ich suche nach einem Zuhause. Heute weiß ich: Ich war auf der Suche nach meinem Lebensstil. Und genau deshalb teile ich auf diesem Blog meine Erfahrungen rund um Reiselifestyle, Van-Life und das Arbeiten unterwegs. Ehrlich, ungeschönt und ohne die typischen Hochglanzfilter der sozialen Medien. Denn die schönsten Geschichten entstehen selten dort, wo alles perfekt läuft.

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