Manchmal ist es nicht die große Panne, die einen ins Schwitzen bringt. Es sind die kleinen, hartnäckigen Widerstände, die sich wie Kletten an einen Plan hängen, der eigentlich ganz einfach aussah.
Genau so eine Geschichte will ich dir heute erzählen von einem Camper, der einfach nicht durchgecheckt werden konnte, und von mir, der am Ende trotzdem Richtung Hafen gerollt ist.
Acht Wochen Stillstand nach der Handoperation
Nach einer Handoperation war ich länger krankgeschrieben, als mir lieb war. Gewohnt habe ich trotzdem weiter in meinem Camper, nur bewegt hat er sich in dieser Zeit nicht. Fast acht Wochen stand er auf demselben Fleck, wie ein Schiff, das im Hafen vor sich hin dümpelt, während die Crew an Land das Leben lebt.
Wer Camper ist, weiß, dass Stillstand selten gesund ist. Batterien schwächeln, Dichtungen setzen sich, und Technik, die eigentlich in Bewegung sein sollte, beginnt zu murren. Also stand für mich fest, vor der Fahrt nach Deutschland muss der Van einmal gründlich durchgecheckt werden.
Ausgebuchte Werkstätten und ein geplatzter Termin
Mein üblicher Mechaniker, dem ich sonst blind vertraue, war so ausgebucht, dass an einen rechtzeitigen Termin nicht zu denken war. Also suchte ich online weiter und fand eine Werkstatt in Saltcoats, die einen Termin frei hatte. Perfekt, dachte ich und beschloss, die Nacht davor auf dem Strandparkplatz in Ardrossan zu verbringen.
Doch dann, nur einen Tag vor dem Termin und einen Tag bevor ich Richtung Hafen aufbrechen wollte, klingelte das Telefon. Mein Camper sei schlicht zu groß für die Werkstatt, würde mir gesagt. Also Termin kurzfristig abgesagt. Ein Satz wie ein kleiner Stein im Getriebe nicht dramatisch, aber genug, um das ganze Vorhaben ins Wanken zu bringen.
Ehrlich gesagt, eilig war es eigentlich gar nicht. Ich hätte genauso gut warten können, bis ich aus Deutschland zurück bin, und dann in Ruhe einen neuen Termin machen können. Fertig haben wollte ich es zwar, aber die Uhr tickte nicht wirklich.
Die Airbag-Warnleuchte, die alles veränderte
Als ich den Camper nach seiner langen Pause zum ersten Mal wieder startete, sprang der Motor ganz normal an, alles schien normal. Bis auf die Airbag-Warnleuchte. Klein, rot und mit einer Wirkung wie ein Warnschuss. Genau das eine Detail, das ich nicht einfach ignorieren wollte, bevor ich mit dem Van über Land und Meer nach Deutschland fahre.
Also machte ich mich auf die Suche nach einem Last-Minute-Termin. Tatsächlich hatte eine Filiale in Irvine hatte laut Online-Kalender kurzfristig noch etwas frei. Mein Glück, dachte ich.
Eine Nacht mit Blick auf die Isle of Arran
Bevor es nach Irvine zurück ging, gönnte ich mir die Nacht in Ardrossan trotzdem. Die wollte ich mir um nichts in der Welt entgehen lassen. Der Strandparkplatz dort bietet einen freien Blick auf die Isle of Arran, als hätte jemand extra für Camper-Reisende ein Postkartenmotiv aufgestellt. Das Meer, die Silhouette der Insel im Abendlicht, die Ruhe. Es sind genau diese Momente, die mich daran erinnern, warum ich dieses Leben überhaupt gewählt habe.
Warten in Irvine: Ein Nachmittag zwischen Kaffee und Ungewissheit
Am nächsten Morgen fuhr ich nach Irvine, ließ den Van in der Werkstatt und setzte mich in ein Café um die Ecke. Laptop auf, Arbeit erledigen, Kaffee nachbestellen und auf den Anruf der Werkstatt warten der mir sagt, dass alles erledigt ist.
Die Stunden zogen sich und der Akku meines Handys wurde dünner. Ich schaute auf die Uhr, es war nach 17 Uhr und immer noch ohne Rückmeldung. Da packte ich meine Sachen und ging zur Werkstatt, um zu fragen.
Die Antwort dort überraschte mich dann doch. Man sei gar nicht befugt, den Airbag-Fehler zu beheben, und riet mir, eine andere Werkstatt aufzusuchen. Das war nicht wirkich die Antwort die ich hören wollte, aber es war nunmal die, die ich bebekam.
Trotzdem Richtung Deutschland?
Zwei Werkstätten, ein ungelöster Fehler, und der Hafen wartete trotzdem. Ich hatte berufliche Termine in Deutschland, die sich nicht einfach verschieben ließen. Na ja, schon, ich wollte es nur nicht. Also traf ich die Entscheidung einfach loszufahren. Was kann denn schon schlimmes passieren?
Mit Airbag-Warnleuchte an, also mit einem ungelösten Problem im Rücken aber mit einem klaren Ziel vor Augen machte ich mich auf den Weg. Manchmal lässt sich eben nicht alles vorher perfekt lösen.
Manchmal muss man einfach mal machen, obwohl noch nicht alles rund läuft. Das Leben wartet nicht auf die perfekte Lösung. Wie es weiterging, mit dem Fehler, der Fahrt und dem, was mich am Ende in Deutschland erwartete, erzähle ich dir im nächsten Artikel. Also,Fortsetzung folgt…